Der holländischen Nationalelf eilen mehrere Klischees voraus. Man sagt, sie würde immer wieder brillante Fußballer hervorbringen (denkt man nur an Cruyff, van Basten, Gullit, Bergkamp und diese Liste ließe sich nach belieben weiterführen). Warum dem so ist, das ein solch kleines Land so viele gute Spieler hervorzaubern kann beschäftigt viele Fußballgeister. Ein Meilenstein in der Erklärung holländischen Fußballs ist dabei David Winners Buch „Brilliant Orange“. Er erklärt den holländischen Fußball aus der holländischen Kulturgeschichte heraus, die sich in ihrer Historie immer wieder mit der Gewinnung von Raum auseinandersetzen musste. Das Abtrotzen des Raumes vom Meer prägte die Holländer scheinbar so stark, dass sich dies auch im Fußball niederschlug. Aus dieser Besonderheit entstand der „Total Football“ der 70er Jahre der den Niederlanden hintereinander zwei Finalteilnahmen bei WM-Endspielen einbrachte. Wie jeder weiß verloren sie beide Spiele und hier kommen wir zum dritten Merkmal des holländischen Fußballs – überhöhtes Selbstbewusstsein, manche würden auch von Arroganz sprechen.
Gestern spielten beim Hallenfußball ein 7er Team (Mehr) gegen eine orange Mannschaft mit 6 Mann. Jetzt raten sie mal wer ein sicher geglaubtes Spiel noch verloren hat. Sie haben recht; es war Orange. Ich möchte an dieser Stelle nicht behaupten, dass Orange auch nur eine der vorher angesprochenen Tugenden der Holländer mitbrachte, aber sie beherrschten das Spiel. Noch 10 Minuten vor Schluss stand es 7:4 für Orange und es gab nicht einen Grund am Sieg des Teams zu zweifeln. Nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte holte sich Teamleader Dirk bei Orange eine Zerrung und wurde in einem Akt von Barmherzigkeit an Mehr verkauft, um dort im Tor zu stehen. Dafür bekam Orange Robert der bis dato die Abwehr von Mehr stabilisierte. Diese Arbeit verrichtete er jetzt für Orange und was taktisch noch wichtiger war, er hinterließ eine riesige Abwehrlücke bei Mehr. Diese wurde von niemand ernsthaft gefüllt und so gelang es Orange immer wieder aus einer massierten Abwehr heraus tief in die gegnerische Hälfte vorzustoßen und einen komfortablen Vorsprung auszubauen. Mehr sah nicht wirklich gut aus, Anton normalerweise Torgarant schaffte es leider nicht aus 20cm liegend ein leeres Tor zu treffen, sondern spitzelte den Ball tatsächlich über (!) das Gehäuse. Doch die letzten 10 Minuten veränderten das Spiel total. Orange im arroganten Siegesrausch ließ einen wahrlich harmlosen Kopfball von Torsten ins eigene Tor kullern (riesen Torwartfehler), nur 30 Sekunden später erzielte Mehr den Anschlusstreffer. Orange brach auseinander, konnte aber bis 23:00 Uhr wenigstens das Unentschieden halten. In der Nachspielzeit setzte dann Saschi mit einem Kopfball den Todesstoß und brachte Mehr einen eigentlich nicht mehr für möglich gehaltenen Sieg.
Der Aprés-Kick wurde im riesa efau durchgeführt. Ein buntes Spektrum an Themen wurde erörtert. Saschi bemängelte die Gitarrenlastigkeit bei Iron Maiden und erklärte seine Vorstellungen über den perfekten Song. Weitere Themenschwerpunkte waren die unbekannten Spieler von Hoffenheim, die Frage ob man den Bärenzwinger besser mietet oder eine Trinkpauschale einrichten sollte und das Geheimnis des wohlriechenden Leibchens. Die Geheimformel heißt übrigens: Lenor.
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1 Kommentar:
schlichtweg ein HIGHLIGHT! Danke Tommer :o)
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