Samstag, 24. November 2007

Hallenfussball regional: Schöne neue Welt

Nach den deutlichen Endergebnissen und meist einseitig geführten Partien der Vorwochen sollte dieses Mal nun Alles anders werden. Die neuen Leibchen eröffneten endlich eine Aufstellung, welche sich nicht halbautomatisch durch die eigens gewählte Trikotfarbe ergab und beendeten somit das Zeitalter des vorzeitigen Taktierens in der Kabine.

Orange: Burkhard – Jan – Stephan – Maik – KdM – Falk
Bunt: Nick – Stefan – Sebastian – Schlikkes – Sascha – Torsten – Dirk

Dem Team in den leuchtenden Leibchen war von Beginn an anzumerken, dass sie sich für diese Partie viel vorgenommen hatten. Engagiert und fest entschlossen spielten die Jungs um die Achse Burkhard, Stephan und Maik nach vorne doch scheiterten immer wieder am eigenen Unvermögen, dem Pfosten oder den überragenden Torhütern des Gegners. Die Katze Torsten und vor allem Sebastian standen souverän zwischen Pfosten und eiferten Ihrem Vorbild Sascha als ehemaligem Welttorhüter des Plauener Gymnasiums erfolgreich nach.
Völlig unverständlich in dieser Phase das Spiels war, das der technisch überaus versierte Burkhard mehrmals versuchte den soliden bunten Spielfluss durch Torschüsse, welche auf den Zuschauerrängen landeten, auseinander brechen zu wollen. „Das Runde muss ins Eckige“ war somit eine altbekannte Weisheit, welche in den ersten 45 Minuten nur von einem Team beherzigt wurde. Wenn im Ballbesitz, konterte Bunt meist schnell und genau bis in das gegnerische Tor und lag bald 6:1 in Führung. Viele wunderbare Doppelpässe und Ballstafetten waren Dank des kämpferischen Einsatzes aller Bunten, der leichten Überzahl und der mannschaftlicheren Geschlossenheit in dieser Phase spielentscheidend.
Das orange Team mokierte sich zwar immer wieder über den einen oder anderen Dusel der Gegner im Abschluss, doch glich sich dieser Faktor durch die beiden bunten Eigentore in der Schlussphase wieder aus. An ein „Aufstecken“ der „Oranjes“ war allerdings nicht zu denken. Sie gingen aggressiv (und fair) in die Zweikämpfe und versuchten die engen Räume in der gegnerischen Hälfte durch ihr Kombinationsspiel zu überbrücken. Letztendlich liefen sie dem Rückstand allerdings meist glücklos hinterher.

Für neue Zuversicht im Lager der Leibchenträger sorgte der spontane Transfer von Sascha nach knapp 60 Minuten, welcher im Vorfeld durch seine besonnene und engagierte Spielweise positiv aufgefallen war. Eine gute halbe Stunde war somit noch zu spielen - eigentlich genug Zeit, um die neugewonnene Überzahl auszunutzen.
Vom Endergebnis mit 9:5 (?) kann man allerdings ablesen, dass die guten Vorsätze nur bedingt umgesetzt werden konnten. Das bunte Team ließ sich zwar nun weit in die eigene Hälfte drängen doch ging sehr beherzt zu Werke, um möglichst viele der abgegeben Torschüsse abzublocken. Die eigenen Konter wurden zum Ende hin seltener doch reichten die wenigen Tore der Schlussphase um den Gegner ergebnistechnisch auf Distanz zu halten.

Aufgrund der mannschaftlich geschlossenen Leistung würde eigentlich das gesamte bunte Team die Nominierung zur MVP Wahl verdienen. Da dies nicht möglich ist – hier die Favoriten: der Pfosten & Sebastian. Bei den „Oranjes“ stach prinzipiell niemand offensiv spielerisch heraus. Falk als grundsolider Rückhalt sorgte dafür, dass sein Team den Anschluss nicht komplett verlor und steht somit ebenfalls zur Wahl.

Während des Apres Kicks in kleiner Runde wurde dank Premiere an vergangene Glanzzeiten des FC Bayerns erinnert, wobei die einfache Mehrheit allerdings zugeben musste sich nicht mehr genau erinnern zu können, dass der Olli im CL Finale von 2001 gegen Valencia drei Elfmeter gehalten hatte. Nun denn – das Bierchen hat trotzdem geschmeckt und verlieh allen Konsumenten eine angenehme Bettschwere.

Samstag, 17. November 2007

Hallenfußball regional: Wieder ein klarer Sieg

Immer wieder freitags. So auch diese Woche. Diesmal konnte der Start der Veranstaltung ordnungsgemäß durchgeführt werden, allerdings auch mit ganz leichter Verzögerung, da (ein Detail ist immer nicht in Ordnung) die Hallenuhr ausgefallen war. Ich kann mich nicht erinnern, dass so etwas je in unserer alten Halle passierte. Fluch der Technik.

Leider gab es auch keine gute Kunde von Steffen, der sich ja in einer unserer ersten Veranstaltungen so schwer verletzte. Er wird operiert werden müssen und wir alle hoffen, dass es ihm bald wieder besser geht, vielleicht wird es, in ferner Zukunft, mal wieder was mit Fußball.

Dann sollten die Spiele auch schon beginnen. Wie immer zwei Mannschaften, wie immer nach farblichen Muster, etwas heller gegen etwas dunkler. Das erste Spiel ging dann auch nur geschätzte 15 Minuten (nur Schätzung – Uhr funktionierte ja nicht), wobei Hell absolut überlegen war und sich eine 6:1 Führung herausschoss (das Gegentor resultierte nach Katastrophenrückpass von Sascha, den sich Jan noch katastrophaler ins eigene Netz legte). Allerdings muss noch erwähnt werden, dass Robert bei diesem Kurzspiel zwei sehr schöne Tore erzielte und im Sturm zu überzeugen wusste. Dann aber Abbruch, weil keiner eine so einseitige Partie wie letzte Woche wollte. Daher gab es leichte Veränderungen in der Aufstellung, die sich wie folgt ausdrückte:

Dunkel: Burkhard – Schichti – Stephan – Tommer – Sebastian – Marco - Schlikkes

Hell: Torsten – Dirk – Sascha – Jan – Robert – Daniel – Mitspieler, dessen Name ich leider vergessen habe (Sorry!)

Aber auch hier waren die Fronten relativ schnell geklärt. Torsten und Dirk rissen das Spiel an sich und konnten dadurch immer wieder ihre Mitspieler gekonnt in Szene setzen. Auf der anderen Seite hatte Dunkel dem nichts entgegenzusetzen, war zumeist einen Schritt zu spät oder versuchte immer genau die Aktion, die nicht so recht passen wollte. Das Endresultat von 6:2 für Hell ist vielleicht ein bisschen zu eindeutig, aber der Sieg geht vollkommen in Ordnung. Die verfinsterten Gesichter von Dunkel konnten mit ihrer Leistung einfach nicht zufrieden sein. Ganz klare Favoriten für die Wahl zum Mann des Tages sind Dirk und Torsten, ebenfalls zur Wahl stehen Robert, der zwei Tore schoss und eins vorbereitete und Burkhard der noch am besten in einer schlechten dunklen Mannschaft aussah.

Für nächste Woche soll dieses Farbschema endgültig durchbrochen werden, da Dirk neue Leibchen erworben hat. Diese sollen in Zukunft immer von einer wechselnden zentralen Person mitgenommen und gewaschen werden und somit nicht in die unerklärlichen Weiten der Sporttaschen verschwinden, wie es ihren Vorgängern passierte.

Zum Apres Kick kann man diese Woche nur sagen, dass das gemütliche Beisammensein danach, ein schlechtes Spiel schnell vergessen macht und neuen Mut für nächste Woche gibt.

Donnerstag, 15. November 2007

Uli Hoeneß und die Rolle der Fans

Der letzte Montag brachte einige interessante Statements hervor. Es war die Jahreshauptversammlung beim FC Bayern München angesagt. Wie fast jedes Jahr konnten wieder neue Rekordzahlen bekannt gegeben werden und das bayrische Selbstbewusstsein wurde, eventuell auch durch die ganz leicht unzufriedene sportliche Momentaufnahme, umso energischer gepflegt. Doch all das soll hier weniger interessieren. Ich möchte vielmehr auf eine kleine Wutrede von Uli Hoeneß eingehen, die den derzeitigen Konflikt im Profifußball recht gut wiedergibt. Wie kam es dazu?

Einige Fans bzw. Mitglieder monierten, dass die Stimmung in der neuen Allianzarena nicht mehr so gut sei, wie im alten Olympiastadion. Ob dies so ist, kann ich hier wirklich nicht beurteilen denn ich habe die Bayern weder dort noch da gesehen (eine Frage des Prinzips, als auch des Wohnorts). Ob die Stimmung aber in einem Multifunktionsstadion wirklich besser ist, als in einem reinen Fußballstadion kann ich nicht wirklich glauben. Aber darum geht es wohl nicht.

Ich glaube der Einspruch der Fans richtete sich eher gegen die vielen Business Seats des neuen Stadions, oder allgemeiner: gegen die zunehmende Kommerzialisierung ihres Sports, ihres heiligen Samstagnachmittagsrituals (das manchmal auch Freitag oder Sonntag stattfindet); dem Besuch im Stadion. Das Hoeneß auf diesen immer mal wieder gemachten Statement so emotional reagierte finde ich gar nicht mal so bedenklich, wie es teilweise danach dargestellt wurde. Beim Fußball wird es halt auch mal laut. Aber genau hier kommen wir doch zur entscheidenden Frage, wo ist Fußball noch Fußball, und wo verliert er sich im reinen Geschäft.

Der FC Bayern ist der, mit weitem Abstand, geschäftlich erfolgreichste Verein des Landes, und man muss kein Prophet sein um zu erkennen, dass sich das so schnell nicht ändern wird. Was viele Fans heute aber bedauern, so glaube ich zumindest feststellen zu können, ist die Veränderung des Spiels, oder genauer der Beobachtung und Zelebrierung des Spiels. Die zunehmende Diversifizierung des Zuschaueranteils (also die vielen neuen Kategorien von Zuschauerplätzen mit ihren großen finanziellen Unterschieden in den neuen Arenen) bringen einen scheinbaren Verlierer mit sich, den alten Stehplatzfan. In den 80er Jahren trug er Kutten, einige seiner Freunde kloppten sich als Hooligans und später wurde man zum Ultra. Sie sind die Leidtragenden der Umgestaltung vom „ganz normalen Verein“ (den es natürlich auch nicht in den 80ern gab) zum mittelständischen Unternehmen. Mit ihrer schwindenden finanziellen Bedeutung schwindet auch ihr Einfluss. Es ist allerdings dabei auch zu fragen, inwiefern dieser Verlust von einige Gruppen nur als Verlust wahrgenommen wird, oder ob er eigentlich gar nicht so existiert(e). Die Frage ist, ob man in den 80er Jahren mehr Einfluss auf den Verein hatte als heute. Klar waren die Zuschauer finanziell viel bedeutender, aber wo gab es denn mal einen Fanboykott der einen Verein in wirtschaftliche Schwierigkeiten gebracht hätte. Zumal hier die Frage erlaubt ist, ob es denn wirklich ein Fan über das Herz bringen würde, dadurch seinem Team zu schaden.

Uli Hoeneß ist in den letzten Tagen wieder zurückgerudert. Zu katastrophal war die Imagewirkung seiner „Wutrede“. Denn am Ende werden auch die Bayern nicht mehr existieren, wenn keiner mehr zuschaut. Aus alledem kommen wir zu folgenden Problembereich: es stellt sich heute eine - scheinbar früher so nicht existierende - Frage; was bedeuten Fans für einen Verein? Dabei ist noch nicht mal wirklich klar wer als Fan bezeichnet werden kann und wer nicht. Die Entwicklungen und Umgestaltungen die sich in den letzten Jahren zuerst im Fußball, aber auch in anderen Sportarten getan haben sind äußerst rasant. Letztendlich wird man sich auch fragen müssen, wie der Fußball oder besser der Sport insgesamt in 20 Jahren ausschaut. Gibt es dann nur noch Extrempole; stille Business-Seat-Zuschauer bei den Champions League (oder Europaliga-) Klubs und prügelnde Hools auf regionalem Niveau?

All das sind Fragen, die uns in nächster Zeit weiter beschäftigen werden. Es wird dabei immer mal wieder Links auf der rechten Seite geben. Natürlich auch sehr willkommen sind Eure Anregungen oder Kommentare zum Thema.

Sonntag, 11. November 2007

Ein Fußballwochenende in Barcelona und Valencia – Gastbericht von André
Teil 2: Der schönste Fußball der Welt!? - Barca-Atletico Madrid 3:0


Am nächsten Morgen ging es dann wieder zum Bahnhof und nach etwas chaotischem check-in in den Zug und retour nach Barcelona. Dort war wiederum alles hektisch, bis wir endlich eine halbe Stunde vor Anpfiff unsere bereits vorgebuchten Karten für Barca vs. Atletico Madrid in der Hand hielten. Da sich im Camp Nou das Anheizen und Entertainen der Massen vor dem Spiel ausschließlich auf das Abspielen der (allerdings dann inbrünstig mitgesungenen) Vereinshymne von Barca direkt vor dem Einlaufen der Mannschaften sowie die Ansage der Spielernachnamen beschränkt, war das allemal genug Zeit, um sich noch in Ruhe das Stadion anzuschauen.
Das Camp Nou wirkt, obwohl mit knapp 99.000 Plätzen Europas größtes Stadion, von außen nicht besonders beeindruckend. Liegt wohl daran, dass das Spielfeld extrem abgesenkt ist (der gesamte untere und Teile des zweiten Ranges liegen unter der Umgebungshöhe) und die Tribünenhöhe insgesamt niedriger wirkt als beispielsweise am Vortag in Valencia. Von innen ist es allerdings ob seiner schieren Größe schon beeindruckend und dennoch recht kompakt, viel weniger „Schüssel“ als das Berliner Olympiastadion oder das neue Wembley. Ebenso wie in Valencia genießt man ob des fehlenden Daches von ganz oben einen feinen Blick über Teile der Stadt und einige umgebende Hügel. Wiederum Schade, dass auch dieses Stadion demnächst arenentechnisch aufgestylt wird, mit Dach und verbessertem Klo- und Catering-Angebot und so.
Vor 90.000 Zuschauern, davon gefühlte 15000 Touristen aus allen Teilen Europas, begann das Spiel, mit beiden Mannschaften zunächst auf Augenhöhe. Barca spielte in der „Abteilung Attacke“ Traumhafterweise mit Henry, Ronaldinho und Messi, dahinter als Spielgestalter Deco. Was für Namen, was für Spieler!!! Es endete 3:0, aber bei dieser Show erscheint das pure Ergebnis am Ende nicht mehr wichtig. Es war kein überragendes Spiel, Atletico hatte an diesem Nachmittag keinen guten Torwart und nach dem 0:1 keine wirklich Gegenwehr mehr parat, aber auch Barca machte bei 25 Grad im Schatten etliche Kunstpausen.
Dennoch war das Spiel Unterhaltung pur, in jeder Halbzeit gab es etwa 15 Schüsse aufs Tor. Wenn man kritisch sein will, liegt das sicher nicht nur am vorhandenen Können der Angreifer, sondern auch am eben nicht vorhandenen der Verteidiger. Aber man muss nicht kritisch sein, beide Mannschaften spielten offensiv nach vorn, und das sah einfach schön aus.
Der Fußball von Barca´s Stars war stellenweise so genial, dass es einem förmlich aus dem Sitz riss und ich mich mit meinem Bruder einige Male ungläubig angeschaut habe, dass solche Aktionen von echten Spielern wirklich möglich sind. So wie das 2:0 von Barca nach 20 Minuten: schöner Pass aus dem Mittelfeld von Deco auf Henry links außen, der verzögert, vernascht seinen Gegner, passt in den Strafraum auf den heranstürmenden Messi, der den Ball sofort zu Ronaldinho rüberlegt um ihn von diesem (im Strafraum!) postwendend per Doppelpass zurückzubekommen. Messi dribbelt noch zwei Schritte, schiebt den Ball am Torwart vorbei von halblinks ins lange Eck und holt sich die Huldigung des Publikums ab. Wunderschön, eine glatte Eins für den Unterhaltungswert des Spiels.
Obwohl Deco an diesem Nachmittag mit seinen klugen Pässen sicher der beste Spieler auf dem Platz war, muss ich an dieser Stelle (auch angesichts der bloginternen Wahl des Weltfußballers 2007) ein Plädoyer für den kleinen Argentinier Lionel Messi halten: Ein wirklich feinfüßiger und wieselflinker Dribbler, durchsetzungsstark, immer ein Auge für den Mitspieler, den Doppelpass, arbeitet nach hinten, ist vorn ein sicherer Vollstrecker. (Nicht nur) Für mich mit seinen 20 Jahren auf dem Weg, ein neuer Maradona zu werden, vielleicht bereits jetzt der beste Spieler wo gibt überhaupt.
Der Besuch des Spiels war aus fußballästhetischer Sicht ein wahrer Leckerbissen. Glücklicher Barca, mit solchen Fußball-Künstlern, gesund und in guter Form, für mich der vielleicht schönste Fußball der Welt! Ob des heißen Wetters und hohen Unterhaltungswertes kann die Stimmung im Stadion als positiv-entspannt und überwiegend träge gekennzeichnet werden. Nach dem Spiel sind wir noch mal an den nächtlichen Strand zum obligatorischen Baden, danach zum Hostel mit diesmal 16 Betten im Raum. Am Montagmorgen ging es dann bei herrlich blauem Himmel – wie sollte es anders sein – an den Strand zum Baden und langsam alles sacken lassen. Für einen Montag zur Mittagszeit im Oktober war da richtig viel los, pausenlos wurden Bier, Wasser, Haschisch und Massagen von Thai-Mädels angeboten und von uns dankend abgelehnt. Am späten Abend trafen wir dann gut gelaunt, von der Oktobersonne gebräunt und ziemlich müde wieder in Düsseldorf ein.

Samstag, 10. November 2007

Ein Fußballwochenende in Barcelona und Valencia – Gastbericht von André
Teil 1: Eine laue Fußballnacht in Valencia: Valencia CF-Espanyol Barcelona 1:2


Gemeinsam mit meinem Bruder wollte ich ein verlängertes Wochenende Anfang Oktober nutzen, um noch etwas südliche Sonne zu tanken und ein bisschen spanische Fußballluft zu schnuppern. Nach der Ankunft in Barcelona am Freitagabend haben wir uns gleich noch zu mitternächtlicher Stunde bei 21 Grad Außen- und Wassertemperatur am Stadtstrand von Barcelona in die Fluten gestürzt. Bis genug Bier getrunken und der Weg zurück zum Hostel in unser kuscheliges 8-Betten-Zimmer gefunden war, war es dann auch schon halb 4 morgens. Entsprechend verkatert und müde nahmen wir am nächsten Morgen die 350km Zugfahrt in Richtung Süden nach Valencia in Angriff. Die Stadt Valencia selbst erschien uns dann irgendwie so wie die kleinere Schwester des hektischen Barcelona. Alles etwas ruhiger, gelassener aber dabei nicht minder schön. Viel Zeit die Stadt zu erkunden hatten wir nicht, aber es reichte für eine Besichtigung der Innenstadt, eine Paella valenciana und einen Besuch am städtischen Strand inklusive dem Bad im kühlen Nass. Gegen 20 Uhr, 2 Stunden vor Anpfiff, sind wir dann zum Stadion. Das Mestalla liegt in recht zentraler städtischer Lage, umgeben von Wohn- und Industriegebäuden. Die Höhe der Tribünen wirkt von außen absolut eindrucksvoll, was wohl vor allem daran liegt, dass das Spielfeld gegenüber der Umgebungshöhe nicht abgesenkt ist. Ohne Probleme bekamen wir am Ticketschalter für 22 Euro Karten für den 3. Rang der Gegentribüne. Insgesamt waren dann ca. 38.000 Zuschauer im 53.000 fassenden Stadion, das auf mich aber deutlich größer wirkte. Von ziemlich weit oben verfolgten wir nun zu später Stunde kurzbehost und doch nicht frierend das Spiel von Valencia CF gegen Espanyol Barcelona. Wenn es stellenweise mal etwas langweiliger auf dem Spielfeld wurde, konnte man den Blick über die absolut steilen Ränge, das Dach der gegenüber liegenden Haupttribüne (die nur etwa halb so hoch wie die anderen Tribünen ist) und, dank der ansonsten fehlenden Bedachung auch frei über die das Stadion umgebenden Gebäude schweifen lassen.
Stadiontechnisch ist das Mestalla ein wirkliches Kleinod. Schade, dass Valencia CF wohl in spätestens 2 Jahren in eine neue, Allianz-arena-like gestylte Arena umzieht und das Mestalla dann abgerissen wird, um einem Wohnkomplex Platz zu machen.
Das Spiel selbst war trotz der Konstellation Tabellen-Dritter gegen -Sechster der Primera División in meinen Augen kein wirkliches Spitzenbild, fand aber mit Espanyol einen nicht unverdienten Sieger. Valencia begann stark, ging durch einen schönen Kopfball von Baraja bereits nach 5 Minuten in Führung und hatte auch danach weitere gute Chancen. Mit der verletzungsbedingten Auswechslung ihres Sturmführers Marco Villa nach 20 Minuten brach der Spielfluss bei Valencia allerdings völlig zusammen, was sich leider während des gesamten Spiels nicht mehr ändern sollte. Die Schwächen im Spielaufbau und insbesondere in der Verteidigung der Valencianer nutzte Espanyol durch eine Mischung aus klug vorgetragenen Angriffen und spontanen Einzelaktionen eiskalt aus. Dem 1:1 kurz vor der Halbzeitpause ließen sie 8 Minuten vor Schluss den 1:2-Siegtreffer folgen.
Etwas überraschend stellt sich Espanyol als eine Mannschaft dar, die einen richtig feinen Fußball spielen und wohl auch davon profitieren, als Barceloneser Team im Schatten des großen FC Barcelona von den anderen Mannschaften der Liga unterschätzt zu werden. Valencia dagegen enttäuschte trotz zahlreicher bekannter Namen im Team vor allem, weil ohne Starstürmer Villa kein wirkliches Spielkonzept mehr zu erkennen war.
Was den Fansupport betraf, hatte ich nicht viel erwartet und wurde auch nicht positiv überrascht. Man harrt, wie in Spanien wohl üblich, weitgehend (und für Südeuropäer doch überraschend) emotionslos dem Spielgeschehen. Stetige Unterstützung gab es nur von Seiten zweier kleiner Häuflein von vielleicht 200 Valencia-Ultras und etwa 38 mitgereisten Gästefans, die unbehelligt in einem Eckchen im 3. Rang zwischen den anderen Zuschauern standen. Insgesamt war es für dieses große Stadion recht ruhig, was mich aber in dieser lauen Samstagnacht auch nicht groß gestört hat.
Nach dem Spiel ging es dann, gestärkt durch einen sogar ganz passablen Döner, fast gleich in die Heia. Diesmal hatte unsere Absteige 12 Betten im Zimmer und einen Ventilator an der Decke, der alle anderen Geräusche im Raum mit seinem monotonen Rotationsgeräusch übertönte. Erinnerte vor allem meinen Bruder, der kein Bett an der Wand erwischte, stark an ein Lazarett. Wie es dann in Barcelona weiterging, folgt im 2 Teil des Berichts.

Hallenfußball regional: Helle Dominanz zertrümmert Dunkel

Was soll man zum gestrigen Spiel sagen, vielleicht erst einmal; schön das gespielt wurde. Denn der Abend begann mit Verzögerungen. Unfreundliche Mitarbeiter der Freiberger Arena wiesen unseren Schlüssel-Abgesandten Robert nach längerer Wartezeit darauf hin, dass heute kein Spiel stattfinden könne, da eine Sonderveranstaltung im Haus sei. Wie sich später herausstellte war dies eine VW Präsentation. Sogleich wurde uns aber auch mitgeteilt, dass weitere Diskussionen vollkommen unnötig sein, wir könnten nicht spielen und das sei ja sowieso unserem Verein mitgeteilt wurden. Davon wusste nur leider keiner und der Einzige der es hätte eventuell wissen können kam nicht. Unmut machte sich breit, wie es in solchen Situationen nicht anders zu erwarten war, aber anders als Dynamo Fans haben wir die Halle nicht in Schutt und Asche zerlegt, sondern zivilisiert beraten, wie wir unseren Abzug organisatorisch hochwertig planen können. Doch da besann sich ein (vielleicht auch mehrere) Mitarbeiter uns doch gnädigerweise eine der freien Hallen anzubieten. Die Reaktion unsererseits war natürlich begeistert, ja geradezu euphorisch, und Oerdie wurde als Mittelsmann eingeschaltet und unterzeichnete ein Vertragswerk, dass ein Spielen ermöglichte. So konnte es auch losgehen. Diesmal wieder Dunkel gegen Hell.

Ein Satz vorweg: Das mit den Farben funktioniert nicht immer. Gestern standen sich 8 Helle - 7 Dunklen gegenüber, wobei allerdings die schon quantitative Gewichtung auch noch Qualitativ für Hell sprach. So tummelten sich dort allerlei Spielerpersönlichkeiten von Rang, wie Torsten (einziger zweimaliger mvp), Dirk, Stefan Schilk (der beste Spieler des befreundeten Leipziger Vereins Motor Schaden e.V.) oder auch Schlikkes (bekannt auch als der Bomber, diesen Titel muss er sich aber mit Saschi teilen, der aber auch bei Hell spielte). Dunkel konnte dem nur wenig entgegensetzen: Stephan und Sebastian mit bestenfalls Normalform, ein leicht durch Fußverletzung gehandikapter Tommer, der wohl das schlechteste Spiel seit Jahren ablieferte und viele neue Spieler, die natürlich noch keine Bindung zum Spiel aufbauen konnten. Einzig Oerdie, wohl motiviert durch seine Wahl zum mvp der letzten Woche, zeigte beherzte Torschüsse (plus Traumtor) und eine sehr solide Abwehrarbeit, die man aber auch nicht anders von ihm erwarten durfte.

Das Spiel ist dann schnell erzählt; durch drei Schnitzer, insbesondere von Tommer als Torwart, entstanden drei frühe Tore von Hell. Danach verlief das Spiel etwas ausgeglichener, brach aber nach einige Minuten des Gleichgewichts wieder vollkommen ein. Um ein Wortspiel zu verwenden: Hell war für Dunkel einfach nur hell. Am Ende stand es 10:4 für Hell, aber auch ein 20:4 wäre vollkommen in Ordnung gewesen. Das sollte eine Lehre für die nächste Woche sein und damit sind alle potentiellen Inhaber von Leibchen aufgefordert, diese mitzubringen, um eine etwas gleichgewichtigere Aufstellung zu ermöglichen.

Zum Spieler des Tages eignen sich nur eine begrenzte Anzahl von Spielern Dunkels: einzig der schon oben erwähnte Oerdie. Bei der hellen Armada stach insbesondere Dirk heraus, aber auch Torsten und Stefan Schilk müssen erwähnt werden. Letzterer organisierte sehr gut die Abwehr- und Spielaufbauarbeit. Schlikkes konnte sich im Sturm gut in Szene setzen und verpasste einen tollen Hackentreffer nur durch das beherzte Eingreifen des Pfostens.

Der Apres-Kick gestaltete sich zu später Stunde dann noch mal als sportliche Herausforderung. Junge Mitbürger baten um eine Wette; wer könne den Ball am längsten Jonglieren. Von den verbliebenen Freitagskickern konnte Stefan Schilk gewonnen werden, die Herausforderung anzunehmen. Er gewann mit 35:21 und sicherte damit für seinen trinkfreudigen Bruder ein Freibier.

Samstag, 3. November 2007

Hallenfußball regional: Je später der Abend, um so besser war Hell

Freitag ist Fußballtag. Doch das Heimareal der Freitagskicker – die Freiberger Arena (nach der Brauerei benannt, die nach einheitlicher Meinung, eines der wenigen Biere die Kopfschmerzen verursachen herstellt) – war gestern auch Austragungsort eines Eislöwen Eishockey Krachers vor immerhin 3600 Zuschauern. Multipliziert man diesen Betrag der Zuschauer mit 0 kommt man übrigens auf die Anzahl der Gäste bei den Freitagskickern (Edelfan Fried wollte kommen, wurde aber nicht gesehen).

So wurden wieder zwei Teams gebildet, heute spielte Hell gegen Dunkel. Das war die Aufstellung:

Hell: Dirk – Freund von Dirk – Saschi – Jan – Schlikkes – Robert – (Mike)

Dunkel: Torsten – Oerdie – Sebastian – Tommer – Marco – Andre

Das Spiel begann, von beiden Seiten abtastend, wobei sich Dunkel leichte Feldvorteile in den ersten Minuten erarbeitete. Sebastian, Andre, Tommer und besonders Torsten ließen den Ball manchmal anschaulich zirkulieren und Oerdie sowie der gute Torwart Marco sorgten in der Abwehr für Sicherheit. Doch Hell war keineswegs schlechter. Sie konnten sich auch nach einigen Minuten verstärken, da Mike zum Team stieß. Nun schwankte die Wage der Fortuna leicht auf die Helle Seite. Doch das Spiel blieb ausgeglichen. Hell erzielte zwei Tore unter freundlicher Mithilfe von Tommer und Oerdie. Dunkel nutzten die Abwehrschwächen von Hell aus und so stand es nach der Hälfte der Zeit 3:3. Schön bereitete Andre ein Tor durch starken kämpferischen Einsatz vor, so wie man es von ihm ja auch gewohnt ist. Doch Hell konnte immer wieder gute Akzente setzen. Dirk im Zusammenspiel mit seinem Freund, der immer wieder präzise Flanken schlug, aber auch der wie immer wieselflinke Mike sorgten für Gefahr. Auch Schlikkes, trotz Erkältung und Fieberschüben angereist, konnte eine solide Leistung abrufen. Nach einem von Tommer mehr als dämlich geführten Zweikampf mit Dirk musste das Spiel unterbrochen werden, da Tommer verletzt ausschied. Die Mannschaften wurden nun rekonfiguriert. Dunkel bekam Robert von Hell. Allerdings schien diese Verletzungsunterbrechung Hell mehr zu beflügeln als Dunkel, denn Hell schwang sich auf, dass Spiel nach belieben zu dominieren. Der immer stärke werdende Saschi nutze seine Freiräume und schoss zwei schöne Tore. Auch Jan konnte sich in die Torschützenliste eintragen, seine Scharfschüsse hatten sich im Vergleich zur Vorwoche verbessert. Dunkel, taktisch mit Marco und Robert auf dem Spielfeld, wohl nicht ideal besetzt, konnte dem nur wenig gegenhalten. Insbesondere die Defensive wurde sträflich vernachlässigt, was den sehr fleißigen Torsten zu Recht aufregte. Am Ende hieß es dann 10:5 für Hell.

Die besten Spieler waren auf Dunkler Seite Torsten, der wie immer äußerst fleißig und mit großem Spielwitz agierte, aber auch Oerdie der die Defensive mutig organisierte, wenngleich gegen Ende mit nachlassendem Erfolg. Auch Andre verdient eine Erwähnung, der ein solides Comeback gab. Bei Hell war es Dirk, der stark, wenngleich nicht so stark wie in der Vorwoche, agierte. Ebenfalls gefallen haben Mike und Saschi.

Der Apres-Kick in der, durch das Eislöwen Spiel, erstaunlich vollen Auszeit war wie immer eine grundsolide Angelegenheit. Allerdings kam es zu Verwechslungen bei der Bestellung, wobei fälschlicherweise Radler geliefert wurden, die keine Abnehmer fanden, dann aber in Biere umgetauscht werden konnten.