Die Winter-Fußball-Offensive bei Sport im Westen fand am Montagabend seine Fortsetzung beim „Spitzenspiel“ der 2. Liga, den Alemannen aus Aachen gegen den Meidericher SV aus Duisburg. Hauptgrund für meinen Besuch im tiefen Westen war neben dem Fußballerlebnis im Allgemeinen besonders das Stadion der Alemannia, der Aachener Tivoli. In einer Saison, nach deren Ende die europäische Fußballgemeinde wieder Abschied von einigen Fußballstadien nehmen wird, die die Fußballkultur des letzten Jahrhunderts zum Teil maßgeblich mit geprägt haben (beispielhaft seien hier Anfield Road, Liverpool und San Mames, Bilbao, aufgeführt), wird auch der Aachener Tivoli seine Pforten für immer schließen. Ab der nächsten Spielzeit rollt das Leder in Aachen im neuen Tivoli, einer Sitzplatzarena in Steinwurfentfernung des alten Stadions.
Da ich schon länger diese traditionsreiche Arena besuchen wollte, es jedoch bisher nie klappen wollte war ich froh, Montagnachmittag gut gelaunt und erwartungsfroh den Zug Richtung Aachen zu betreten. Und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht: der Tivoli ist von außen wie innen ein einzigartiges Plätzchen, nach meinem Empfinden eines der schönsten deutschen Fußballplätze mit urtümlichen Kuriositäten und dem Flair, die eine Spielstätte unverwechselbar machen.
Dazu gehören natürlich auch die Zuschauer, die nach einer reichlichen halben Stunde den herrlich heraus gespielten Führungstreffer der Heimmannschaft bejubeln konnten. Duisburg lies sich nicht schocken und glich kurz darauf aus dem Gewühle heraus aus. In der zweiten Halbzeit ein ähnliches Bild wie in der ersten: Duisburg mit spielerischen Übergewicht, die Aachener hingegen mit den Zuschauern im Rücken leidenschaftlicher. Das Spiel war schnell und von anständigem Niveau. Gegen Ende schlug das Pendel nicht zu Unrecht zu Gunsten der Duisburger aus, die das Glück des Tüchtigen hatten und eine der raren Gelegenheiten in der 84. Minute zum Siegtreffer nutzen konnten. Aachen verliert damit den Kontakt zu Rang 3, der zur Teilnahme an den Relegationsspielen gegen den Bundesliga-16. berechtigt. Duisburg hingegen wahrt den Anschluss zur Tabellenspitze.
Die Rückreise gelang dann mit etwas Glück gut, nachdem ich mich beim notwendigen Busumsteigen in Aachen fast verfranzt hatte und glücklicherweise gerade an einem kleinen Bahnhof strandete, von wo mich der RE1, das „Rückgrat des SPNV in NRW“, sicher und pünktlich aufsammelte und nach Düsseldorf transportierte.
Übrigens: Die Schokoladenstadt Aachen ist mit seinem Weltkulturerbe-Dom, in dem sich die Gebeine Karls des Großen im Karlsschrein befinden und wo eine große Anzahl an Königen des HRRDN gekrönt wurden, sowie seiner interessanten Altstadt natürlich auch ohne Fußball immer eine Reise wert. Der gute Sportfreund Tommer und seine noch bessere spanische Hälfte werden das sicherlich gern bestätigen.
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1 Kommentar:
Sportsfreund Tommer bestätigt. Aachen ist immer eine Reise wert und Andres Berichte sind immer eine informative Angelegenheit.
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